Schreibblockade bei der Masterarbeit - So überwinden Sie gezielt eine Blockade

Nicht immer geht das wissenschaftliche Schreiben leicht von der Hand. Vor allem dann, wenn die Masterarbeit als schwierig und herausfordernd empfunden wird, können Studierende bei der Erarbeitung ihrer Abschlussarbeit in eine regelrechte Blockade geraten.

Sind die wichtigsten Vorarbeiten der Masterarbeit abgeschlossen, kann es ans Schreiben gehen: Nach Themensuche, Eingrenzung der zentralen Fragestellung, Literaturrecherche und Gliederung des Materials muss die Arbeit doch eigentlich „nur noch“ heruntergeschrieben werden - oder? Für viele Studierende ist das Schreiben jedoch ein ungewohntes Instrument, das häufig dazu führt, dass gar nichts mehr geht.

Die Forschungsfrage schriftlich herauszuarbeiten und schließlich auf akademisch relevante Weise zu beantworten, fällt Studierenden mitunter mehr als schwer. Wenn die leere Seite eines Textdokuments sich einfach nicht mit Worten füllen lassen will, man schon wieder das Bad geputzt hat und zum vierten Mal gecheckt hat, ob noch etwas gespült werden muss, ist davon auszugehen, dass eine waschechte Schreibblockade eingetreten ist.

Was ist eine Schreibblockade?

Sie haben ein Thema gefunden, Ihre zentrale Fragestellung formuliert und unzählige Bücher gelesen - doch die Worte wollen einfach nicht fließen und das leere Textdokument füllen, dessen Cursor vorwurfsvoll in Ihre Richtung blinkt. Obwohl Sie inzwischen jede Menge über Ihr Thema wissen und auf Nachfrage auch davon erzählen können, finden Sie nicht den richtigen Anfang und kommen schon bei der Einleitung nicht über ein paar nichtssagende Sätze hinaus.

Hinter einer Schreibblockade können verschiedene Ursachen stehen: Oftmals ist es die Unsicherheit, die sich einstellt, wenn Studierende im Studium nicht wirklich gelernt haben, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert, und sich von der Masterarbeit überfordert fühlen. Auch Zeitknappheit, die durch ein falsche Planung entsteht, kann den Druck so weit erhöhen, dass trotz nahender Abgabefristen gar nichts mehr geht. Viele Studierende haben zudem Schwierigkeiten damit, eine eigene Stimme zu finden und sich von dem zu lösen, was sie bei der Recherche in der Fachliteratur gelesen haben.

Praxistipp: Schreibblockaden lassen sich überwinden - wenn man weiß, wie. So sorgt z. B. eine klar formulierte Forschungsfrage für ein eindeutiges Ziel, auf das fokussiert hingearbeitet werden kann. Auch eine gute Struktur und Vorausplanung der einzelnen Abschnitte der Masterarbeit kann helfen, sich Schritt für Schritt dem Ziel anzunähern. Selbst wenn einzelne Kapitel nicht auf Anhieb sitzen und perfekt sind, können sie später noch überarbeitet und verbessert werden - Hauptsache es steht erst einmal etwas auf der leeren Seite.

Schreibprobleme oder -blockaden sind beim akademischen Schreiben nicht ungewöhnlich: Denn das wissenschaftliche Schreiben ist ein komplexer Vorgang, den niemand mal eben nebenbei ausführen kann. Die meisten Studierenden stoßen bei längeren, herausfordernden wissenschaftlichen Texten auf ganz persönliche und individuelle Schwierigkeiten, die sowohl mit dem Schreiben an sich als auch mit den eigenen Schreibgewohnheiten zu tun haben können.

Der Anfang ist der wichtigste Schritt

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen - wie viele Dinge des Lebens ist auch das Erlernen des wissenschaftlichen Schreibens mitunter harte Arbeit: Macht man sich bewusst, dass man ein Problem mit dem Schreiben hat, lassen sich jedoch Schritte unternehmen, die Schreibblockade nach und nach abzubauen und Wege zu finden, ins Schreiben zu kommen. Letztlich hat eine Schreibblockade nämlich nichts damit zu tun, ob jemand schreiben kann oder nicht - sie ist ein psychologisches Phänomen, das auf unterschiedlichsten Ursachen basieren kann.

Weil das wissenschaftliche Schreiben komplexen Vorgängen folgt, sollte niemand erwarten, es auf Anhieb zu beherrschen. Eine entsprechende Erwartungshaltung an sich selbst zu stellen, kann sich sogar kontraproduktiv auswirken und eine Schreibblockade verstärken. Zwar sollten Sie, bevor Sie Ihre Masterarbeit schreiben, hinreichende Erfahrung im wissenschaftlichen Schreiben durch Haus- und Seminararbeiten gesammelt haben, jedoch bewahren Sie auch diese nicht davor, im Rahmen der Masterarbeit an Ihre Grenzen zu stoßen.

Der bewusste Umgang mit einer Schreibblockade

Die Masterarbeit gilt als krönender Abschluss des Studiums. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen und Erwartungen, die an diese Arbeit gestellt werden. Der Vorgang des Schreibens jedoch wird an kaum einer Hochschule ausreichend gelehrt - anhand kleinerer Hausarbeiten „lernen“ Studierende zwar, wissenschaftliche Fragen und Themen zu bearbeiten, aber wie ein akademischer Rohtext vor der Überarbeitung aussehen kann und wie man diesen anpasst, um ein akademisch relevantes Ergebnis zu erhalten, wird nur selten gelehrt.

Noch weniger als über das Schreiben an sich wird darüber gesprochen, dass beim Schreiben auch Probleme auftreten können. Wer bereits Routinen und Herangehensweisen entwickelt hat, spricht nicht mehr darüber, was ihm einst vielleicht schwergefallen ist. Studierende erhalten so leider gar nicht die Gelegenheit, aus den Fehlern ihrer Vorgänger zu lernen und einen Umgang mit Problemen beim Schreiben zu finden. Stattdessen wird das Thema „Blockade“ gerne totgeschwiegen - was zur Folge hat, dass das Schreiben der Masterarbeit für einzelne Studierende zu einer regelrechten Qual wird.

Zu unterscheiden ist dabei zwischen einer echten Schreibblockade, die psychotherapeutisch behandelt werden muss, und einem sog. „Schreibproblem“, das sich in der Regel von selbst auflöst und zeitlich nicht unbegrenzt anhält. Von einer echten Schreibblockade oder Schreibkrise spricht man, wenn eindeutige Symptome auftreten, zu denen u. a. Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit und körperliches Unwohlsein beim Anblick des Computers gehören.

Praxistipp: Um eine Schreibkrise zu überwinden, ist es sinnvoll, darüber zu sprechen. Am besten suchen Sie einen Experten auf, dem Sie vertrauen. Ein Psychologe oder Psychotherapeut ist bei einer fortgeschrittenen Schreibblockade oft der einzige, der Ihnen über diese schwierige Phase hinweghelfen kann, indem er die Mechanismen hinter der Schreibkrise identifiziert und gemeinsam mit Ihnen eine Lösung dafür sucht.

Gibt es verschiedene Arten von Schreibblockaden?

Nicht jeder Studierende verzweifelt aus denselben Gründen beim Schreiben seiner Masterarbeit. Ebenso wie die Ursachen, die hinter der Blockade stehen, unterscheidet sich auch die äußere Form der Schreibkrise. Während der eine es einfach nicht schafft, den ersten Satz zu Papier zu bringen und damit den Anstoß zum Schreiben zu geben, schreiben andere Seite um Seite, können aber keine eigenständigen Gedanken formulieren. Ihre Masterarbeit liest sich wie eine Zusammenschrift aller Ergebnisse aus der Literaturrecherche - eine Synthese hin zur eigenständigen Beantwortung der zentralen Fragestellung aber findet nicht statt.

Kommen Zweifel am Thema der Masterarbeit oder an der eigenen Person hinzu, vereinfacht dies die Situation keinesfalls. In der Regel wird das Schreiben dann erst einmal aufgeschoben - bis irgendwann die Abgabefrist näherrückt und die Masterarbeit in einem Mammutprojekt innerhalb weniger Nächte fertiggestellt werden muss.

Um ein besseres Verständnis für die Unfähigkeit, auch nur ein einziges Wort zu Papier zu bringen, zu erlangen, hilft ein Blick auf die Ursachen von Schreibproblemen:

Wie können Schreibblockaden überwunden werden?

Auch wenn es Ihnen schwerfällt, die richtigen Worte zu Papier zu bringen: Schreibblockaden lassen sich überwinden. Wichtig dabei ist, sich bewusst zu machen, dass ein Problem besteht. Der offene Umgang mit den Schwierigkeiten beim Schreiben hilft Ihnen, die Ursachen für die Blockade zu verstehen und Taktiken zu entwickeln, um doch wieder ins Schreiben zu kommen. Oftmals entsteht die Vermeidung des Schreibens aus einer Unsicherheit, wie das wissenschaftliche Schreiben überhaupt funktioniert.

Praxistipp: Das Gespräch mit anderen Kommilitonen kann Ihnen helfen, sowohl den Ursachen für Ihre Schwierigkeiten zu erkennen als auch Lösungen zu finden, wie Sie Ihre Schreibblockade überwinden können. Studierende in höheren Semestern haben ebenso wie Sie mit großer Wahrscheinlichkeit bereits Erfahrungen mit Schreibproblemen gemacht.

Nachfolgend haben wir erprobte Strategien zum Lösen und Überwinden einer Schreibblockade zusammengestellt, geordnet nach den bereits identifizierten Ursachen:

Ursache

Strategie

zu hohe Ansprüche

Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht im ersten Schritt schon perfekt sein müssen. Spätere Überarbeitungen und Verbesserungen sind völlig normal. Es ist wichtig, mit dem Schreiben zu beginnen und ein Erfolgserlebnis zu haben - umgeschrieben werden kann der Text, wenn die erste Fassung (Rohfassung) erst einmal geschrieben wurde.

Zeitknappheit

Wenn Ihnen die Zeit davonläuft, müssen Sie die verbleibenden Tage und Wochen umso besser planen. Machen Sie sich zunächst Notizen, was in welches Kapitel gehört und arbeiten Sie die einzelnen Abschnitte konzentriert und Schritt für Schritt ab. Wenn Sie unter Zeitdruck einfach drauflosschreiben, besteht die Gefahr, am Ende einen lückenhaften, unvollständigen Text zu erhalten.

mangelnde Planung

Springen Sie nicht zwischen den Kapiteln: Auch wenn Ihnen beim Schreiben ein guter Einfall für ein anderes Kapitel kommt, sollten Sie nicht switchen und an anderer Stelle weiterarbeiten. Notieren Sie die Einfälle für später und arbeiten Sie sie ab, wenn Sie an die entsprechende Stelle kommen. Um die Struktur Ihrer Masterarbeit vorzuplanen, hilft es, schon zu Beginn der Schreibphase die einzelnen Kapitel mit Überschriften zu versehen und z. B. ein kurzes Exposé für jeden Abschnitt zu schreiben.

Angst vor dem leeren Blatt

Füllen Sie die Seiten zuerst mit groben, dann immer feineren Inhalten: Starten Sie z. B. damit, die Überschriften der einzelnen Kapitel aus Ihrer Gliederung zu übernehmen. Machen Sie dann zu jeder Überschrift Notizen, welche Inhalte in dieses Kapitel gehören und wo Sie diese finden. Auf diese Weise erarbeiten Sie sich eine übersichtliche Struktur, die Sie dann Kapitel für Kapitel mit dem endgültigen Inhalt füllen können.

Angst, etwas Falsches zu schreiben

Der Ausdruck „Falsch“ steht der Wissenschaftlichkeit des akademischen Schreibens im Grunde entgegen: In der Wissenschaft gibt es kein Richtig und Falsch - mit einer nachvollziehbaren Argumentation können auch ungewöhnliche Themen und Ansätze zum Erfolg führen und die Wissenschaft im Zweifel sogar revolutionieren. Die Fähigkeit, Wissen neu zu ordnen und in neue Zusammenhänge zu stellen, gilt als wichtige wissenschaftliche Eigenleistung.

Schwierigkeiten, eigene Gedanken zu formulieren

Lernen Sie, die Gedanken aus gelesener Literatur in ihren eigenen Worten auszudrücken. Selbst wenn Sie Respekt vor den Quellen haben, bringt es Sie nicht weiter, sich sklavisch an die Formulierungen anderer zu halten. Es braucht Mut, die eigenen Gedanken zu Papier zu bringen, doch erst in der Übertragung sind Sie in der Lage, den Kerngedanken einer Quelle herauszufiltern und auf Ihr eigenes Masterarbeitsthema anzuwenden.

Angst, sich nicht richtig ausdrücken zu können

Da Sie bis zur Masterarbeit schon viele Haus- und Seminararbeiten sowie ein Bachelorarbeit hinter sich gebracht haben, können Sie aus der Erfahrung schöpfen, die Sie im Laufe der Jahre generiert haben. Vertrauen Sie auf Ihre eigene wissenschaftliche Stimme und lesen Sie akademische Fachliteratur mit bewusstem Blick auf die Formulierung von Zusammenhängen.

 

Kann man Schreibblockaden vorbeugen?

Wer einmal eine Schreibblockade erlebt hat, möchte um jeden Preis verhindern, dass dies noch einmal vorkommt. Gefeit davor, dass Sie jemals eine (weitere) Blockade erleben müssen, sind Sie jedoch nicht. Dennoch gibt es einige Tricks, die das wissenschaftliche Schreiben erleichtern und Probleme von vornherein vermeiden.

  1. Ihr erstes Augenmerk sollte Ihrem Arbeitsplatz gelten. Wenn dieser einladend und übersichtlich gestaltet ist, fällt es in der Regel leichter, konzentriert und fokussiert zu arbeiten. Je wohler Sie sich an Ihrem Schreibtisch fühlen, desto einfacher werden Ihnen Recherche und Schreiben von der Hand gehen. Dazu gehört auch, störende Einflüsse zu entfernen, das Handy auszuschalten, den Email-Eingang zu schließen und für eine konzentrierte Atmosphäre zu sorgen - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber für viele Studierende nicht immer leicht umzusetzen.
  2. Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz am Ende des Tages verlassen, sollte er nicht chaotisch aussehen. Ordnen Sie Ihre Unterlagen und legen Sie die Materialien, die Sie am nächsten Tag benötigen, nach oben. Auf diese Weise können Sie beim nächsten Mal direkt ins Thema einsteigen und müssen nicht erst nach den benötigten Unterlagen suchen.
  3. Weil vielen Studierenden der Einstieg in die Masterarbeit, also die Einleitung, besonders schwerfällt, ist es sinnvoll, diese erst einmal beiseite zu lassen und direkt mit dem Hauptteil zu starten. Viel leichter ist es, mit der Beschreibung des Themas und des aktuellen Forschungsstandes zu beginnen, bevor es an die schwierigeren Parts geht. Weil die Einleitung als der schwierigste Teil jeder Hausarbeit gilt, ist es sinnvoll, sie als letztes zu schreiben.
  4. Unabhängig von der Einleitung ist es empfehlenswert, sich im Hauptteil Schritt für Schritt voran zu arbeiten. Je kleiner die Abschnitte sind, in die Sie die Masterarbeit unterteilen, desto leichter wird es Ihnen fallen, einen davon abzuschließen und dann mit dem nächsten zu beginnen.
  5. Wenn Sie nicht weiterkommen, sollten Sie mit Kommilitonen oder Ihrem akademischen Betreuer über Ihre Schwierigkeiten sprechen. Indem die Probleme bewusst thematisiert werden, lösen sich die Schwierigkeiten oftmals schon von ganz allein in Luft auf, weil ein Gedanke, der zuvor nicht zu Ende gedacht werden konnte, plötzlich verbal thematisiert wird.
  6. Setzen Sie sich für einzelne Arbeitsabschnitte klare Zeitlimits. Wenn Sie es schaffen, jedes Kapitel in der geplanten Zeitspanne zu bearbeiten, bleibt Ihnen am Ende genügend Zeit, den Text in seiner Gesamtheit zu überarbeiten und auf das sprachliche Niveau zu heben, das Sie selbst und Ihr Dozent erwarten.

Zusammenfassung

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