Internetrecherche bei der Masterarbeit - so nutzen Sie Online-Datenbanken für die Literaturrecherche

Das Internet vereinfacht auch für Studierende das Leben enorm: Wohnungssuche, Einschreibungen in Kurse und die Anmeldung zu Prüfungen erfolgen heute weitgehend online. Aber wie verhalten sich die Möglichkeiten des Internets eigentlich in Bezug auf das wissenschaftliche Arbeiten?

Auf der Suche nach Informationen sind Online-Suchmaschinen zum besten Freund des Menschen geworden. Es ist schließlich viel einfacher, mal eben etwas zu googeln, als in Lexika, Fachbüchern und Zeitschriften nach der Antwort auf eine Frage zu suchen. Wie hoch der Wahrheitsgehalt dessen, was die Suchmaschine an Ergebnissen liefert, ist, steht jedoch oftmals auf einem anderen Blatt. Zwar entsprechen viele Informationen, die sich aus dem Internet entnehmen lassen, durchaus der Wahrheit - einen Autor oder gar ein Quellenverzeichnis gibt es aber nicht, und damit sind herkömmliche Suchmaschinenergebnisse in der Regel nicht zitierfähig.

Eine wissenschaftliche Arbeit - und insbesondere die Masterarbeit, die zugleich die Abschlussarbeit des Studiums ist - sollte auf handfesteren Quellen aufbauen. Die Internetrecherche kann und darf als Einstieg in ein Thema herangezogen werden: Durch die Online-Recherche erhalten Studierende einen Überblick über ein Thema und können sich ein Bild davon machen, worum es dabei grundlegend geht, welche Autoren in diesem Bereich Fachbücher publiziert haben oder welche Lücken die Forschung ggfs. aufweist. Dies kann z. B. Einfluss auf die Formulierung der zentralen Fragestellung haben und ist daher am Beginn der Recherche durchaus erlaubt.

Ein wichtiger, weitaus seriöserer Zugriffspunkt, der heute aus der Recherche für die Masterarbeit nicht mehr wegzudenken ist, sind Online-Datenbanken, Bibliothekskataloge, aber auch Fachjournals, die zu Teilen inzwischen ausschließlich online veröffentlicht werden. Allerdings sollten Studierende vor ihrer Internetrecherche genau wissen, was und wo sie online nach Informationen suchen - sonst gerät die Recherche schnell außer Kontrolle. Für die Masterarbeit sollten ausschließlich seriöse Onlinequellen herangezogen werden; die Internetrecherche hilft dabei, diese Quellen aufzuspüren, jedoch hält das World Wide Web die eigentlichen Informationen nicht bereit - diese müssen weiterhin in Fachbüchern und -journals nachgelesen werden.

Wir haben für Sie zusammengestellt, wie Sie eine zielgerichtete Internetrecherche durchführen, um die Werke, die Sie in der Hochschulbibliothek gefunden haben, zu ergänzen. Da eine erfolgreiche Masterarbeit auf seriösem Material fußt, sollten Sie sich die Zeit für eine intensive Internetrecherche durchaus nehmen.

Die Grundbegriffe der Internetrecherche

Die Internetrecherche ist nicht dazu da, inhaltliche Informationen für Ihre Masterarbeit zu extrahieren. Ihre Aufgabe ist es primär, Ihre Literatursuche durch gezielte Online-Recherche voranzutreiben und systematisch nach Material und Quellen zu suchen, die Sie beim Schreiben Ihrer Masterarbeit voranbringen.

Das Internet wird somit zu einem hilfreichen Tool bei der Suche. Um spezifische, wissenschaftliche Informationen zu finden, eignen sich spezielle Suchmaschinen wie Google Scholar, elektronische Zeitschriftenbibliotheken (EZB) und digitalisierte Datenbanken. Während Google Scholar frei verfügbar ist, erfolgt der Zugriff auf EZB und Online-Datenbanken in der Regel über die Homepage der Universitätsbibliothek.

Die Datensätze, die online verfügbar sind, sind eine wichtige Ergänzung zum allgemeinen Katalog der Universitätsbibliotheken (OPAC). Im OPAC lassen sich aber z. B. keine einzelnen Zeitschriftenaufsätze finden, die über die Online-Recherche aber zugänglich gemacht und systematisch durchsucht werden können. Einen Nachteil hat die Internetrecherche jedoch auch: Häufig sind nämlich keine Volltexte, sondern nur Vorschauen und Abstracts abrufbar. Um den vollständigen Aufsatz zu lesen, muss dieser oftmals bestellt werden und kann kostenpflichtig sein.

Praxistipp: Ziel Ihrer Suche im Internet sollten spezielle Literaturdatenbanken sein, die das Spektrum der Hochschulbibliothek vor Ort erweitern. Trotzdem lässt sich der Gang in die Bibliothek nicht umgehen - er bleibt ein wichtiger Bestandteil Ihrer Literaturrecherche.

Wie seriös ist die Internetrecherche?

Googeln ist längst so fest in unseren Alltag integriert, dass es nicht weit hergeholt klingt, die größte aller Suchmaschinen auch bei der Literaturrecherche für die Masterarbeit zu befragen. Allerdings hat die allgemeine Google-Suche auch einen entscheidenden Nachteil: Die Masse an Ergebnissen, die zu einem bestimmten Thema ausgespuckt wird, ist schier unüberschaubar. Die Suche ist so global, dass sich die wirklich relevanten Informationen nur mit großem Vorwissen und Zeitaufwand herausfiltern lassen. Die Unzuverlässigkeit von Internet-Suchergebnissen ist nur ein weiterer Punkt, der die Internetrecherche in keinem guten Licht erstrahlen lässt.

Meiden müssen Sie die Internetrecherche aus Angst vor unseriösen Quellen aber nicht. Wenn man weiß, wo man sucht, können Datenbanken und Online-Verzeichnisse die Quellensuche durchaus ergänzen. Allerdings liegen diese speziellen Ergebnisse in der Regel nicht auf der allgemein sichtbaren Google-Oberfläche im Web; bei der Literatursuche für die Masterarbeit wird in erster Linie das sog. Deep Web bzw. Invisible Web durchsucht, das vor allem aus Datenbanken besteht. Wo der Bibliothekskatalog der Hochschule nicht mehr weiter weiß, können Online-Datenbanken wertvolle Informationen liefern, die die Ergebnisse Ihrer Katalogsuche ergänzen.

 

Literaturrecherche in der Bibliothek (OPAC)

Literaturrecherche im Internet (Online-Datenbanken)

Suche nach gedruckten Büchern

ergänzende Suche nach digitalen Büchern, z. B. Google Books, digitalisierte Druckausgaben

Suche nach Zeitschriften (meist in Form gebundener Sammelbände ohne Informationen zu einzelnen Aufsätzen)

Suche nach einzelnen Aufsätzen in Zeitschriften und Sammelbänden sowie Suche in ausschließlich online publizierten Fachjournals

Suche im Bestand der Heimathochschulbibliothek oder einer anderen, spezifischen Bibliothek

ergänzende Suche in weiteren Bibliotheken durch spezielle Datenbanken aller deutschsprachigen und internationalen Bibliotheksverbände

 

Praxistipp: Google Books bietet nur in Einzelfällen den vollständigen Zugriff auf digitalisierte Bücher. Doch auch der Blick ins Buch, wie ihn viele Online-Buchhändler anbieten, kann bei der Internetrecherche hilfreich sein. Schon das Inhaltsverzeichnis liefert wichtige Informationen dazu, ob es sich lohnt, das Buch auszuleihen, oder ob das Werk doch weniger relevant für das Thema Ihrer Masterarbeit ist als erwartet.

Das Internetrecherche-Tool Google Scholar

Für den Einstieg in die wissenschaftliche Internetrecherche bietet sich die Suchmaschine Google Scholar an. Anders als ihre große Schwester Google ist sie darauf spezialisiert, wissenschaftliche Quellen bzw. als solche indizierte Server zu durchsuchen. Ideal geeignet ist Google Scholar für die Recherche für Ihre Masterarbeit, wenn Sie die Suche mit der OPAC-Suche in Bibliothekskatalogen kombinieren. Vom Grundsatz her funktioniert Google Scholar ähnlich wie Google selbst: Unter dem Link https://scholar.google.de muss lediglich ein Schlagwort eingegeben werden, um erste Suchergebnisse zu erhalten.

Ein paar Dinge gilt es bei der Nutzung von Google Scholar allerdings zu beachten. So listen die Suchergebnisse nicht nur Bücher und Zeitschriften, sondern auch Master-, Bachelor- und Seminararbeiten auf. Wenn Sie, um Ihre Ergebnisse zu erweitern, auch nach ähnlichen Werken suchen möchten, müssen Sie die Zitation ermöglichen - dann werden Ihnen auch Werke angezeigt, die den gesuchten Titel in ihrem Literaturverzeichnis zitieren.

Es ist zudem möglich, die Suchparameter einzugrenzen und verschiedene Filter einzustellen. So können die Ergebnisse beispielsweise nach Relevanz sortiert oder bestimmte Sprachen oder Erscheinungszeiträume ausgeschlossen werden. Wie beim klassischen Google ermöglichen „verwandte Suchanfragen“ eine Erweiterung des Ergebnisrahmens. Allerdings bleibt die Suche - abhängig vom Suchwort - weniger systematisch als es bei einer Literaturrecherche in der Bibliothek der Fall ist.

Vorsicht sollten Sie walten lassen, wenn Ihnen bei Google Scholar Volltexte angeboten werden. Einige Werke gibt es zwar auch in einer digitalen Gesamtausgabe, jedoch handelt es sich dabei häufig um illegale Kopien.

Praxistipp: Wenn Sie Google Scholar im Netzwerk Ihrer Hochschule benutzen, erhalten Sie bei vielen Ergebnissen direkt einen Hinweis darauf, ob das betreffende Werk in Ihrer Hochschulbibliothek verfügbar ist.

Internetrecherche in einschlägigen Datenbanken

Glücklicherweise ist die wissenschaftliche Internetrecherche nicht auf Google Scholar beschränkt. Während Sie sich mit Google Scholar einen ersten Überblick verschaffen und in das Thema Ihrer Masterarbeit einsteigen können, bieten Ihnen spezielle Datenbanken noch exaktere Möglichkeiten der Online-Suche. Sie eignen sich für alles, was Sie nicht auf den ersten Blick in den Katalogen der Bibliotheken finden; ein wichtiges Augenmerk liegt dabei auf den Titeln einzelner Artikel in Fachjournals und Zeitschriften. Weitere Medien, die Sie in wissenschaftlichen Online-Datenbanken finden, sind Papers, Konferenzberichte, Studien und weitere Publikationen.

Weil diese Datenbanken gezielt auf Wissenschaftler zugeschnitten sind, können einige von ihnen nur aus den Hochschulnetzwerken erreicht werden. Von Ihrem Netzwerk zuhause haben Sie dagegen keinen Zugriff auf einen Teil der Datenbanken; für einige ist es zudem erforderlich, dass Sie Ihre Benutzerdaten der Bibliothek eingeben, um sich als Wissenschaftler zu identifizieren.

Geordnet sind wissenschaftliche Datenbanken in der Regel nach Fachbereichen, wobei es auch fächerübergreifende Datenbanken gibt. Ein sinnvoller Startpunkt ist der eigene Fachbereich, in dem Sie auch Ihre Masterarbeit schreiben. Berührt Ihr Thema bzw. Ihre Fragestellung mehrere Fachbereiche oder liegt in einer Schnittmenge verschiedener Fachbereiche, lohnt es sich, in allen Fachbereichen, die infrage kommen, nach Fachliteratur zu suchen. Je weiter Sie sich allerdings vom Kern Ihres Themas entfernen, desto wahrscheinlicher werden Sie auch auf Werke stoßen, die für Ihre Masterarbeit nicht oder nur wenig von Relevanz sind.

Die Suche innerhalb der Datenbank funktioniert - im Gegensatz zu Google Scholar - sehr systematisch: Nachdem Sie einen Fachbereich ausgewählt haben, beispielsweise Germanistik, gelangen Sie zu einer Liste individueller Datenbanken innerhalb dieses Fachbereichs. Die einzelnen Datenbanken folgen untergeordneten Themen des Fachbereichs und sind zum Teil frei zugänglich, müssen zum Teil aber über ein Hochschulnetzwerk angesteuert werden. Eine farbige Markierung oder ein Kürzel verweist darauf, wie Sie Zugriff auf die jeweilige Datenbank erhalten.

Ein Klick auf die ausgewählte Datenbank bringt Sie direkt zu den Suchergebnissen innerhalb der Datenbank. Indem Sie systematisch eine Datenbank nach der anderen nach relevanten Titeln und Schlagwörtern durchsuchen, stellen Sie weitgehend sicher, dass Ihnen wichtige Artikel in Zeitschriften und Fachjournals nicht entgehen.

Volltextsuche in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek

Ein weiteres Tool, das sich zur Internetrecherche eignet, ist die elektronische Zeitschriftenbibliothek, kurz EZB. Die EZB ist eine Datenbank, die auf die Volltextsuche spezialisiert ist. Hier finden Sie Aufsätze und Artikel aus Zeitschriften, Sammelbänden oder Journals, die Sie über einen Link in der Datenbank vollständig abrufen können.

Jede EZB ist jedoch an die jeweilige Hochschule gebunden. Volltexte werden also nur dann zugänglich gemacht, wenn die Hochschule die dafür notwendige Lizenz besitzt. Sortiert sind die vorhandenen Zeitschriften nach Fachgebiet; innerhalb des Fachgebiets werden die einzelnen Titel alphabetisch angezeigt.

Die EZB ist so organisiert, dass Sie auf den ersten Blick sehen können, ob Sie Zugriff auf eine Zeitschrift erhalten oder nicht. Ein Ampelsystem zeigt an, ob der ausgewählte Titel frei zugänglich (Grün), zugänglich für Angehörige der Universität (Gelb) oder selbst für Universitätsangehörige nicht zugänglich (Rot) ist.

Zusammenfassung

 

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